Ring of Death – Blutige Gemetzel im KnastKnallharte Action mit Stacy Keach (Mike Hammer) und Johnny Messner
Sadistischer Gefängnisdirektor (Stacy Keach) zwingt Häftlinge zu Gladiatorenkämpfen auf Leben und Tod. Ansehnlicher, wenngleich klischeehafter Actionkracher mit Witz.
Hinter schwedischen Gardinen herrschen bekanntlich raue Sitten und ganz eigene Regeln. In dem Actionkracher „Ring of Death“ von TV-Regisseur Bradford May („Nash Bridges“, „J.A.G. - Im Auftrag der Ehre“) werden diese Regeln vom brutalen Gefängnisdirektor Warden Golan (Stacy Keach) aufgestellt: Er lässt Strafgefangene gegeneinander in Kämpfen auf Leben und Tod antreten. Auch wenn „Ring of Death“ im Grunde wenig mehr als einen fürs Fernsehen billig produzierten Actionreißer von der Stange darstellt, wird er Fans des Genres positiv überraschen. Abseits der vorhersehbaren Handlung wartet der Streifen nämlich mit viel Witz auf. „Ring of Death“: Moderne Gladiatorenkämpfe im Knast Der vom Leben zermürbte Ex-Cop Wyatt (Johnny Messner, „The O.C.“) lebt von seiner hübschen Frau Mary („Charlotte Ross“) getrennt und hält sich nur mühsam über Wasser. Eines Tages steht sein ehemaliger Kollege Steve James (Derek Webster) auf der Matte, der ihn bei der Aufklärung einer mysteriösen Todesserie im berüchtigten Cainesville-Gefängnis bittet. Wyatt soll dort eingeschleust werden und herausfinden, was sich hinter den Mauern abspielt. Zunächst zögert Wyatt noch. Aber eine versprochene Belohnung von 250.000 Dollar sowie ein Job beim FBI überzeugen ihn, die gefährliche Aufgabe anzunehmen. Kurze Zeit später befindet sich der untadelige Wyatt tatsächlich im Knast und wird schon bald mit der schrecklichen Wahrheit konfrontiert: Gefängnisdirektor Golan organisiert moderne Gladiatorenkämpfe, die per Kamera live ins Internet für gut zahlende Kunden übertragen werden. Anfangs läuft für Wyatt noch alles nach Plan: Er findet alles über Golans miese Machenschaften heraus und kann diese Informationen nach draußen schmuggeln. Doch dann fliegt seine Tarnung auf und unvermutet geraten seine Frau und sein Sohn Tommy (Uriah Shelton) ins Visier des psychopathischen Golan … Action mit papierdünnem Plot, aber reichlich WitzDer fürs US-Fernsehen produzierte „Ring of Death“ verspricht bereits bei oberflächlicher Betrachtung keine sonderlich originelle Story. Und tatsächlich erweist sich der Plot als ebenso klischeehaft wie vorhersehbar. Dies beginnt bereits beim desillusionierten Ex-Cop, der seine Familie zu verlieren droht, setzt sich munter bei der eindimensionalen Charakterisierung der Protagonisten – gemeingefährlicher Ex-Boxer, skrupelloser Geschäftsmann, böser schwarzer Hüne – fort und mündet nicht zuletzt beim spannungsarmen Showdown. Weshalb für einen dermaßen dünnen Plot nicht weniger als drei (!) Drehbuchautoren verantwortlich zeichneten, erschließt sich in keiner Phase des Filmes. Trotzdem macht der Film überraschend viel Spaß, so man ein Freund des rustikalen Actiongenres ist: Die Kämpfe sind für eine Fernsehproduktion verblüffend blutig und explizit geraten. Zudem nahmen die Macher des Reißers ihr eigenes Werk ganz offensichtlich nicht ernst und mischten viel Witz unter die Prügeleien. Beispielsweise erwidert Held Wyatt auf den Hinweis des Bösewichts, dass dieser im Knast „Präsident“ genannt werde: „Ich habe dich nicht gewählt.“ Blendend aufgelegter Stacy Keach spielt Kollegen förmlich an die Wand Der eigentliche Hauptdarsteller des Filmes heißt indes nicht Johnny Messner (unter anderem aus den Bruce-Willis-Vehikeln „Hostage“ und „Tränen der Sonne“ bekannt), sondern Stacy Keach. Während Messner die gesamte Laufzeit über blass bleibt, nutzt Ex-Mike-Hammer-Star Keach den Auftritt für eine höchst unterhaltsame One-Man-Show. Obwohl auch sein Charakter völlig eindimensional bleibt und man über dessen Biografie so gut wie gar nichts erfährt, präsentiert sich der sträflich unterschätzte Darsteller blendend aufgelegt und spielt seine Kollegen förmlich an die Wand. Der Rest der Schauspielerriege ragt weder besonders positiv, noch negativ heraus. Gewalt und Sex ziehen immer, auch in diesem FilmWie es sich für eine Billigproduktion dieser Art gehört, dürfen hübsche, möglichst aufreizend bekleidete, respektive entkleidete Frauen nicht fehlen. Der obligatorische böse Geschäftsmann wird als chargierender Hugh-Hefner-Verschnitt dargestellt, der sich mit allerlei Gespielinnen umgibt, die von Büstenhaltern wenig zu halten scheinen und sich deshalb meist oben ohne in Szene setzen. Ironischerweise im Gegensatz zu den oft Feinripphemden tragenden Kämpfern. „Ring of Death“: Netter Actionkracher ohne Tiefgang „Ring of Death“ ist letzten Endes nicht mehr, aber auch nicht weniger als ein netter Actionkracher mit witzigen One-Linern. Wer das Werk von Bruce Willis oder Steven Seagal bereits in- und auswendig kennt und nach frischem Nachschub für den DVD-Player dürstet, wird mit „Ring of Death“ reell bedient und kann ruhigen Gewissens zugreifen. Sein Verlangen wird entsprechend gestillt werden. Originaltitel: „Ring of Death“ Regie: Bradford May Produktionsland und -jahr: USA 2008 Filmlänge: ca. 84 Minuten FSK: ab 18 Verleih: MIG DVD-Veröffentlichung: 18.2.2010
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